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Der Junge flüsterte Nein – dann öffnete Clara den Nordflügel / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Der Junge flüsterte Nein – dann öffnete Clara den Nordflügel

4.9Editorial score

Ihre Familien.“

Elias antwortete nicht.

Das Video lief weiter.

Elena war wieder zu sehen.

Sie wartete, bis die Schritte vor der Tür verklungen waren, und zog die Kamera aus ihrem Versteck.

„Der Mann war Mercer“, flüsterte sie.

„Er arbeitet für Victor Sloane.

Victor verschiebt seit Monaten Geld aus Noahs Treuhandgesellschaft in Bauprojekte, die nicht existieren.

Als ich die Unterlagen fand, begann Hargrove, mich zu überwachen.“

Victor Sloane war Dominics Finanzvorstand und ältester Geschäftspartner.

Er hatte nach Elenas Tod neben Dominic am Grab gestanden.

Er hatte die Trauerrede organisiert, die Presse ferngehalten und Dominic gedrängt, vorübergehend mehrere Vollmachten zu unterschreiben, damit die Unternehmen weiterliefen.

Dominic setzte sich langsam.

„Victor sagte, Elena habe ihm vertraut.“

„Das war die Absicht“, sagte Mrs.

Hargrove.

„Sie sollten ihm vertrauen.“

Auf dem Video hielt Elena mehrere Kontoauszüge in die Kamera.

Namen von Scheinfirmen, Überweisungen und Vertragsnummern waren deutlich zu erkennen.

„Ich habe Kopien an drei Orten hinterlegt“, sagte sie.

„Der Schlüssel im Pferd öffnet den Schrank.

Noah hat gesehen, wie ich ihn dort versteckte.

Falls mir etwas passiert, darf Victor niemals die Kontrolle über Noahs Anteile erhalten.“

Dann wurde ihr Gesicht weich.

„Und Dominic, bitte glaube nicht, dass unser Sohn kaputt ist.

Er hat nur zu viel gesehen.“

Noah nahm die Hände von seinen Ohren.

Dominic sank vor ihm auf die Knie.

Der Mann, vor dem Vorstände und Politiker zurückwichen, wirkte plötzlich kleiner als sein vierjähriger Sohn.

„Noah“, sagte er.

Seine Stimme brach beim Namen.

„Ich hätte dich hören müssen.“

Der Junge sah nicht zu ihm.

Er starrte auf Mrs.

Hargroves Brosche.

Clara folgte seinem Blick.

Eine der Perlen war dunkler als die anderen.

Kein Schmuckstein, sondern eine winzige Linse.

„Elias“, sagte sie.

„Die Brosche.“

Mrs.

Hargrove riss die Hand an ihren Kragen.

Elias erreichte sie in zwei Schritten.

Er packte nicht die Frau, sondern löste die Brosche mit einem Taschentuch vom Stoff.

Auf der Rückseite blinkte ein kaum sichtbares Licht.

„Kamera mit Sender“, sagte er.

„Sie hat uns die ganze Zeit aufgenommen.“

„Für wen?“, fragte Dominic.

Mrs.

Hargrove schwieg.

Elias legte die Brosche auf den Tisch.

„Victor weiß vermutlich bereits, dass wir die Akten gefunden haben.“

Dominic griff nach dem Festnetztelefon, doch die Leitung war tot.

Er sah zum Fenster.

Draußen bewegten sich zwei Fahrzeuge über die Auffahrt.

Schwarze Geländewagen, die nicht zur normalen Wachmannschaft gehörten.