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Er wollte ihr Haus – dann öffnete der Anwalt die rote Akte / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Er wollte ihr Haus – dann öffnete der Anwalt die rote Akte

4.9Editorial score

„Warum kann Evan mich nicht vertreten?“

„Weil seine Kanzlei Carter Creative seit sieben Jahren berät“, sagte ich.

„Du hast ihn über meine Firmenbeziehung kennengelernt.

Der Interessenkonflikt dürfte ihm gerade aufgefallen sein.“

Michael beendete das Gespräch, ohne sich zu verabschieden.

Dann klingelte es an der Haustür.

Rosa ging hin, doch bevor sie öffnen konnte, erschien Karen hinter der Glasscheibe.

Neben ihr stand eine Frau in einem dunkelgrauen Mantel.

Karen war kleiner geworden, seit ihre Herzprobleme begonnen hatten.

Trotzdem trat sie mit einer Entschlossenheit ein, die ich bei ihr selten gesehen hatte.

In ihrer rechten Hand hielt sie den Originalvertrag.

„Mama“, sagte Michael.

Karen blieb im Flur stehen.

„Sag es nicht so, als wärst du froh, mich zu sehen.“

Die Frau neben ihr zeigte eine Dienstmarke.

„Detective Lena Ortiz, Wirtschaftsstrafabteilung.“

Michael sah zu Marcus.

„Sie haben die Polizei gerufen?“

„Nein“, sagte Karen.

„Das war ich.“

Sie ging langsam zur Kücheninsel und legte den Vertrag neben die rote Akte.

Ihre Hand zitterte, doch ihre Stimme blieb fest.

„Du hast mir gesagt, ich unterschreibe Unterlagen für meine Medikamentenversicherung“, sagte sie zu ihrem Sohn.

„Tatsächlich hast du einen Kredit in meinem Namen aufgenommen.“

„Ich wollte das Geld zurückzahlen.“

„Mit welchem Geld?“

Michael antwortete nicht.

Karen sah auf die Scheidungspapiere.

Die gelben Klebezettel markierten noch immer die Stellen, an denen ich unterschreiben sollte.

„Und du wolltest Ashley aus ihrem eigenen Haus werfen?“

„Es ist kompliziert.“

„Nein“, sagte Karen.

„Es ist beschämend.“

Michael fuhr sich durch die Haare.

„Tiffany und ich wollten neu anfangen.

Ich brauchte Kapital.

Ashley kontrolliert jeden Cent.“

Dana hob eine Augenbraue.

„Du hast in achtzehn Monaten fast dreihunderttausend Dollar ausgegeben, ohne dass sie dich gestoppt hat.“

„Das waren Geschäftskosten.“

Sie zog drei Rechnungen aus dem Karton.

„Eine Diamantkette in Miami.

Eine Villa in Sonoma.

Ein Wellnesswochenende in Aspen.

Welches unserer Kundenprojekte brauchte eine Paarmassage?“

Rosa wandte sich ab, doch nicht schnell genug, um ihr kurzes Lächeln zu verbergen.

Michael wurde rot.

„Du hast meine privaten Ausgaben durchsucht.“

„Du hast sie auf die Firmenkarte gebucht“, sagte ich.

Detective Ortiz öffnete ein schmales Notizbuch.

„Mr.

Hargrove, ich rate Ihnen, ab jetzt sehr genau zu überlegen, was Sie sagen.“

„Bin ich festgenommen?“

„Noch nicht.“

Dieses eine Wort traf ihn härter als jede Anklage.

Sein Handy vibrierte wieder.