Michael hielt die Tür auf und beugte sich zu dem Jungen hinunter, als wäre diese Bewegung vertraut.
„Ihr Name ist Elise Morgan“, sagte Detective Ortiz.
„Blue Harbor Holdings hat die Wohnung gekauft, in der sie mit ihrem Sohn lebt.
Die Anzahlung kam über Northstar Consulting.“
Tiffanys Firma.
Ich betrachtete Michael.
„Weiß Tiffany von ihr?“
Er sagte nichts.
Sein Handy klingelte erneut.
Diesmal nahm Dana es vom Tisch, bevor er danach greifen konnte.
„Tiffany ruft an.“
„Gib es mir.“
„Detective?“
Ortiz nickte.
„Stellen Sie auf Lautsprecher.“
Dana nahm den Anruf an.
„Michael?“ Tiffany klang außer Atem.
„Was passiert da? Der Makler sagt, die Eigentümerin habe den Verkauf blockiert.
Und meine Firmenkarte wurde abgelehnt.“
Ich sah Michael an.
„Deine Firmenkarte?“
Am anderen Ende wurde es still.
„Wer ist da?“ fragte Tiffany.
„Ashley.“
Tiffany atmete scharf ein.
Dann versuchte sie, ihre Stimme zu glätten.
„Michael hat mir erklärt, ihr lebt seit Monaten getrennt.“
„Wir haben heute Morgen zusammen Kaffee getrunken.“
„Er sagte, das Haus werde bei der Scheidung ihm gehören.“
„Es gehört ausschließlich mir.“
Wieder Stille.
Ich legte das Foto von Elise neben das Telefon.
„Hat er dir von San Francisco erzählt?“
Michael stürzte vor.
Detective Ortiz stellte sich zwischen ihn und den Tisch.
„Beantworten Sie nichts“, rief er in Richtung Handy.
„Tiffany, leg auf.“
„Wer ist Elise?“ fragte Tiffany.
Seine Reaktion hatte die Frage beantwortet.
Tiffanys Stimme veränderte sich.
Die romantische Geliebte, die angeblich kein Geld und keinen Status brauchte, verschwand.
Zurück blieb eine Frau, die gerade verstand, dass sie nicht die Siegerin einer Liebesgeschichte war, sondern ein Konto, ein Firmenname und ein Mittel zum Zweck.
„Du hast gesagt, Northstar sei unsere Zukunft“, flüsterte sie.
Dana blätterte in ihren Unterlagen.
„Northstar hat keine Kunden, keine Angestellten und keine tatsächliche Geschäftstätigkeit.
Aber über die Firma wurden 284.600 Dollar aus Carter Creative weitergeleitet.“
„Ich wusste nicht, dass das gestohlenes Geld war“, sagte Tiffany schnell.
„Du hast Rechnungen unterschrieben“, sagte Michael.
„Weil du gesagt hast, Ashley genehmige alles!“
Er sah aus, als würde er begreifen, dass seine sorgfältig getrennten Lügen nun im selben Raum aufeinandertrafen.
Detective Ortiz bat Tiffany, erreichbar zu bleiben.
Dann beendete Dana das Gespräch.
Michael wandte sich an mich.
„Du willst mich zerstören.“
„Nein“, sagte ich.
„Ich habe nur aufgehört, dich zu schützen.“ Zehn Jahre lang hatte ich Rechnungen beglichen, Lücken geschlossen und Erklärungen geglaubt, die bei genauer Betrachtung nie Sinn ergeben hatten.