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Seine Frau fand die Akte über ihr ungeborenes Kind / Chapter 4 / 6

Chapter 4 — Seine Frau fand die Akte über ihr ungeborenes Kind

4.9Editorial score

Der Prüfer zeigte auf die Metadaten.

Die Datei war auf Margarets privatem Laptop angelegt und später von Evans Firmenkonto aus versendet worden.

Margaret beugte sich zu ihrem Anwalt, doch Richterin Bell hob die Hand.

„Sie erhalten Gelegenheit zur Stellungnahme.“

Als Nächstes spielte Mara eine Audioaufnahme ab.

Margarets Stimme füllte den Saal.

„Sobald das Baby da ist, beantragen wir die vorläufige Kontrolle.

Ein Säugling, eine überforderte Mutter und eine dokumentierte Angststörung – jeder Richter wird vorsichtig sein.“

Dann Evans Stimme:

„Und wenn Lily sich wehrt?“

„Dann zeigen wir, dass sie unberechenbar ist.“

„Sie ist nicht unberechenbar.“

„Das spielt keine Rolle.

Es muss nur in der Akte stehen.“

Im Gerichtssaal wurde es still.

Evan sah zu Lily.

Sie hielt den Blick auf die Richterin gerichtet.

Nur ihre Finger bewegten sich langsam über den Stoff ihres Kleides.

Sein Anwalt sprang auf.

„Wir bestreiten den Kontext und die Rechtmäßigkeit dieser Aufnahme.“

Mara antwortete ruhig: „Das Gespräch fand in Frau Whitmores eigenem Haus statt.

Sie war im angrenzenden Raum und Teil der besprochenen Angelegenheit.

Nach den einschlägigen Regeln wurde die Aufnahme geprüft und zugelassen.“

Richterin Bell nickte.

„Fahren Sie fort.“

Nun kam Vanessa.

Sie betrat den Saal durch dieselbe Seitentür, die Lily benutzt hatte.

Ihr Haar war streng zurückgebunden.

Sie trug keinen Schmuck und vermied Evans Blick.

Unter Eid erklärte sie, Evan habe sie angewiesen, Zahlungen an drei Beratungsfirmen freizugeben.

Alle drei Firmen seien über Strohleute mit einem ehemaligen Geschäftspartner Margarets verbunden gewesen.

Ein Teil des Geldes sei an Personen geflossen, die Einfluss auf Bau- und Genehmigungsverfahren hatten.

„Warum haben Sie mitgemacht?“, fragte Mara.

Vanessa schluckte.

„Weil Herr Whitmore mir sagte, alle Genehmigungen seien legal.

Und weil ich glaubte, er würde mich schützen.“

„Hatten Sie eine persönliche Beziehung?“

„Ja.“

Evan spürte die Blicke im Raum.

Vanessa legte das Foto aus dem Belle Room vor.

Danach übergab sie Nachrichten, in denen Evan ihr versprochen hatte, Lily werde bald keine Rolle mehr spielen.

Eine Nachricht war drei Wochen alt.

Sobald das Kind geboren ist, kontrollieren wir den Trust.

Dann kann sie gehen, wohin sie will.

Evan schloss die Augen.

Sein Anwalt flüsterte ihm zu, nichts zu sagen.

Margaret hielt sich nicht daran.

„Diese Frau lügt“, rief sie.

„Sie versucht, sich selbst zu retten.“

Richterin Bell schlug mit dem Hammer auf den Tisch.

„Frau Whitmore, noch ein Ausbruch, und ich lasse den Saal räumen.“

Margaret setzte sich, doch die Kontrolle war aus ihrem Gesicht verschwunden.

Mara legte schließlich die rote Akte auf das Pult.

Darin befand sich nicht nur der Entwurf des Antrags gegen Lily.

Es gab eine zweite Fassung, die bereits mit erfundenen Vorfällen ergänzt worden war: Lily habe Termine vergessen, sei nachts verschwunden und habe sich geweigert zu essen.

Zu jedem angeblichen Vorfall existierten jedoch Gegenbeweise.