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Sie verspotteten den Handwerker – bis seine Akte ihre Familie zerstörte / Chapter 2 / 6

Chapter 2 — Sie verspotteten den Handwerker – bis seine Akte ihre Familie zerstörte

4.9Editorial score

Die Ergebnisse sprechen für sich.”

Auf dem Tisch erschienen Kopien von Rechnungen, Tankkartenabrechnungen, Zeitprotokollen und Liefernachweisen.

Zwölf Rechnungen betrafen Reparaturen, die nie durchgeführt worden waren.

Die Kundenadressen existierten, aber an keinem der Orte hatte ein Team gearbeitet.

Trotzdem waren Material, Arbeitsstunden und Fahrtkosten abgerechnet worden.

Die Zahlungen waren an einen Subunternehmer gegangen, den Martin persönlich freigegeben hatte.

Collins Property Support.

Die Firma war auf Lindas Namen registriert.

Linda setzte sich langsam auf einen Stuhl.

“Das war nur aus steuerlichen Gründen.”

Der Ermittler sah sie an.

“Welche Leistungen hat Ihr Unternehmen erbracht?”

Sie öffnete den Mund, doch es kam keine Antwort.

Martin schlug mit der Hand auf den Tisch.

“Das ist eine interne Sache.

Wir bezahlen das zurück und gut ist.”

“Es geht nicht nur um diese Rechnungen”, sagte Rachel.

Sie legte weitere Unterlagen daneben.

Gestohlene Kupferrohre, Werkzeuge und Heizsysteme waren als beschädigt oder verloren abgeschrieben worden.

Mehrere davon waren später auf Baustellen aufgetaucht, die Martin privat organisiert hatte.

Firmenfahrzeuge waren an Wochenenden für Arbeiten genutzt worden, deren Einnahmen nie bei Whitaker Home Solutions eingegangen waren.

Kevin wurde unruhig.

“Dad hat gesagt, Daniel hätte das genehmigt.”

Martin drehte sich zu ihm um.

“Halt den Mund.”

Der Satz war schnell und scharf.

Er verriet mehr als jede Erklärung.

Dann zeigte Rachel auf die Unterschriften unter den Personaländerungen.

Warnungen wegen Fehlzeiten waren gelöscht worden.

Löhne waren ohne Freigabe erhöht, Überstunden nachträglich eingetragen und Beschwerden gegen Mitglieder der Collins-Familie geschlossen worden.

Unter mehreren Änderungen stand Claires Name.

Claire machte einen Schritt nach vorn.

“Ich war seine Frau.

Natürlich hatte ich Zugriff.

Daniel wollte, dass ich mich um Familienangelegenheiten kümmere.”

“Du hattest Zugriff auf ausgewählte Personalvorgänge”, sagte ich.

“Nicht auf die Eigentümerkonten.

Nicht auf Lieferantenfreigaben.

Und nicht auf die Löschung abgeschlossener Verwarnungen.”

Ihre Augen verengten sich.

Zum ersten Mal seit Heiligabend sah ich nicht Kälte darin, sondern Angst.

“Du willst mich bestrafen, weil ich die Scheidung eingereicht habe.”

Ich dachte an Sophie auf der Veranda.

An den Schnee in ihrem Haar.

An ihre Hände, die kaum noch Gefühl hatten.

“Die Scheidung hat nichts mit den Beweisen zu tun”, sagte ich.

“Aber sie hat mir gezeigt, dass du nicht mehr erwartest, dass ich nachsehe.”

Claire lachte kurz, doch niemand stimmte ein.

“Welche Beweise? Ein paar Tabellen? Jeder kann Zahlen verändern.”

Der Ermittler legte die Hand auf die versiegelte Festplatte.

“Deshalb haben wir die Aufnahmen gesichert.”

Martin erstarrte.

Im Verwaltungsgebäude waren Kameras an den Eingängen, im Lager und in den Fluren installiert.

Sie dienten dem Schutz vor Einbruch und Materialdiebstahl.

In den Büros selbst gab es keine Bildaufzeichnung.

Doch im kleinen Besprechungsraum neben dem Lager befand sich eine Kamera, weil dort häufig hochwertige Geräte übergeben wurden.