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Meine Frau sperrte meine Mutter ein – doch die Akte überführte sie / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Meine Frau sperrte meine Mutter ein – doch die Akte überführte sie

4.9Editorial score

Matthias Voss.

„Er kommt morgen um neun“, sagte Mutter.

„Er war schon dreimal hier.

Er stellt mir Fragen, nachdem Laura mir das Getränk gegeben hat.

Wenn ich nicht antworten kann, schreibt er, ich sei verwirrt.“

Laura verschränkte die Arme.

„Matthias ist ein angesehener Arzt.“

„Matthias?“ fragte ich.

„Nicht Dr.

Voss?“

Sie merkte ihren Fehler sofort.

„Wir kennen uns inzwischen.

Er kümmert sich seit Monaten um deine Mutter.“

Mutter schüttelte den Kopf.

„Ich kannte ihn schon vorher.

Er war bei eurer Hochzeit.“

Ich erinnerte mich an einen großen Mann mit silberner Brille, der damals neben Lauras Cousine gesessen hatte.

Laura hatte ihn als alten Familienfreund vorgestellt.

Unter den Vollmachten fand ich handgeschriebene Seiten.

Meine Mutter hatte jeden Tag notiert, wann Laura ihr das bittere Getränk brachte, wie lange die Wirkung anhielt und wer das Haus betrat.

An manchen Tagen stand nur ein Satz dort.

„Nach dem Getränk vier Stunden Erinnerung verloren.“

Oder: „Laura hielt meine Arme fest.

Voss sagte, die höhere Dosis mache den Test glaubwürdiger.“

Oder: „Ich hörte sie über das Haus sprechen.

Laura sagte, Daniel werde alles unterschreiben, sobald ich weggesperrt bin.“

Meine Hände wurden kalt.

„Woher hast du den Speicherchip?“ fragte ich.

Mutter sah zur Tür.

„Miriam.“

„Wer ist Miriam?“

„Eine Pflegekraft, die Laura zuerst eingestellt hatte.

Sie bemerkte, dass etwas nicht stimmte.

Als sie Fragen stellte, wurde sie entlassen.

Vorher gab sie mir einen kleinen Rekorder und sagte, ich solle alles aufnehmen.“

Laura lachte kurz.

„Miriam wurde entlassen, weil sie Medikamente gestohlen hat.“

„Das ist nicht wahr“, sagte Mutter.

Ich steckte den Chip in meinen Laptop.

Laura machte einen schnellen Schritt nach vorn.

Ich stellte mich zwischen sie und den Tisch.

„Fass ihn nicht an.“

Zum ersten Mal fiel ihre Maske vollständig.

„Du weißt nicht, was du damit anrichtest.“

„Doch.

Ich finde heraus, was du angerichtet hast.“

Auf dem Chip lagen mehr als fünfzig Audiodateien.

Viele waren kurz.

Manche bestanden nur aus Schritten, einer zufallenden Tür oder Mutters schwerem Atem.

Ich öffnete die Datei mit dem jüngsten Datum.

Zuerst hörte man Lauras Stimme.

„Trink es.“

Dann meine Mutter: „Nein.

Ich will wissen, was darin ist.“

„Du willst morgen wieder klar sein, oder?“

„Ich bin klar.“ Ein Stuhl scharrte.