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Meine Frau sperrte meine Mutter ein – doch die Akte überführte sie / Chapter 4 / 7

Chapter 4 — Meine Frau sperrte meine Mutter ein – doch die Akte überführte sie

4.9Editorial score

Mutter blieb stehen.

„Nein“, sagte sie.

„Ich war nur eine Gefahr für deinen Plan.“

Unten setzte ich sie in den Sessel am Wohnzimmerfenster und öffnete die Vorhänge.

Selbst das schwache Licht der Straßenlaternen ließ sie blinzeln.

Laura blieb im Flur und telefonierte leise.

Ich hörte nur einzelne Sätze.

„Er ist früher zurück.“

„Er hat die Akte.“

„Ja, auch den Chip.“

„Komm sofort.“

Weniger als zwanzig Minuten später klingelte es.

Vor der Tür stand Dr.

Voss.

Neben ihm warteten zwei Männer in grauen Pflegeuniformen mit einer zusammengeklappten Trage.

Voss trug einen Ledermantel und hielt eine Mappe unter dem Arm.

„Herr Bergmann“, sagte er.

„Ihre Frau hat mich über den akuten Vorfall informiert.“

„Welchen Vorfall?“

„Ihre Mutter zeigt schwere paranoide Symptome.

Sie beschuldigt ihre Bezugspersonen, vergiftet und misshandelt zu werden.

Das ist bei fortgeschrittener Demenz leider nicht ungewöhnlich.“

Er sagte es, ohne meine Mutter auch nur anzusehen.

„Sie haben sie noch gar nicht untersucht.“

„Ich kenne ihre Vorgeschichte.“

„Welche Vorgeschichte?“

Voss öffnete seine Mappe.

Darin lag bereits eine ausgefüllte ärztliche Bescheinigung.

„Ich halte eine sofortige stationäre Unterbringung für notwendig.

Ihre Frau hat als bevollmächtigte Betreuungsperson zugestimmt.“

„Die Vollmacht ist gefälscht.“

Er schob seine Brille höher.

„Das ist eine ernste Behauptung.“

„Ich habe ernstes Beweismaterial.“

Laura trat neben ihn.

„Daniel ist seit wenigen Stunden zu Hause.

Er ist erschöpft und reagiert über.“

Voss nickte verständnisvoll.

„Nach einem Einsatz kann die Rückkehr sehr belastend sein.

Vielleicht sollten Sie sich ebenfalls untersuchen lassen.“

Die beiden Pfleger sahen einander an.

Einer von ihnen verlagerte unsicher das Gewicht.

Ich trat zur Seite und deutete auf meine Mutter.

„Fragen Sie sie nach ihrem Namen, dem Datum oder ihrem Vermögen.

Ohne ihr vorher etwas zu geben.“

Voss lächelte dünn.

„Solche Tests führt man nicht auf Wunsch von Angehörigen durch.“

Mutter erhob sich langsam.

„Mein Name ist Elisabeth Bergmann.

Heute ist der 17.

Oktober.

Dieses Haus gehört mir.

Ebenso die Wohnungen in der Lindenstraße 14 und 16.

Mein Depot wird bei der Nordbank geführt.

Und Sie, Herr Voss, haben mir am Montag gesagt, dass eine zusätzliche Dosis nötig sei, damit ich beim Termin verwirrt genug wirke.“ Das Wohnzimmer wurde still.

Einer der Pfleger nahm die Hand von der Trage.