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Sie planten ihre Einweisung – doch Elena führte längst eine Akte / Chapter 2 / 9

Chapter 2 — Sie planten ihre Einweisung – doch Elena führte längst eine Akte

4.9Editorial score

Patricia blieb aufrecht.

„Du hast meine Familie kontaktiert?“

„Ich habe eine wirtschaftliche Verbindung überprüft.“

„Du spionierst uns aus.“

„Ihr habt meine Unterschrift kopiert.“

Für einen Moment war nur das leise Brummen des Kühlschranks zu hören.

Dann vibrierte Adrians Handy auf dem Tisch.

Er griff danach, doch Jonas war schneller.

„Liegen lassen.“

Auf dem Display erschien die Vorschau einer Nachricht.

Leonard:

Zimmer vorbereitet.

Aufnahme kann heute Abend erfolgen.

Bring sie direkt zum Seiteneingang.

Adrians Gesicht wurde grau.

Patricia schloss kurz die Augen.

„Du solltest Nachrichten nicht auf dem Sperrbildschirm anzeigen lassen.“

Es war kein Vorwurf an den Arzt.

Es war ein Vorwurf an ihren Sohn.

Mara zog ein Paar dünne Handschuhe an und steckte das Telefon in eine Beweishülle.

„Herr Vale, haben Sie für heute Abend die Aufnahme Ihrer Verlobten in einer Privatklinik organisiert?“

„Nein.“

„Die Nachricht sagt etwas anderes.“

„Das ist aus dem Zusammenhang gerissen.“

„Welcher Zusammenhang macht sie harmlos?“

Adrian sah zu seiner Mutter.

Sie erwiderte seinen Blick nicht.

In diesem Moment klopfte es an der Haustür.

Dreimal.

Langsam und bestimmt.

Adrian flüsterte: „Er dürfte nicht hier sein.“

Mara gab Jonas ein Zeichen.

Er blieb beim Tisch, während sie zur Tür ging.

Ich folgte mit einigen Schritten Abstand.

Draußen stand Dr.

Leonard Weiss.

Er trug einen dunklen Mantel und hielt eine schmale Ledertasche in der Hand.

Neben ihm warteten zwei kräftige Männer in grauen Jacken.

Auf ihren Brusttaschen war das kleine Emblem der Klinik angebracht.

Der Arzt lächelte, als er mich sah.

„Frau Moore“, sagte er in jener weichen Stimme, die Menschen beruhigen sollte.

„Ihre Familie macht sich große Sorgen.“

Mara stellte sich zwischen uns.

„Wer hat Sie gerufen?“

Sein Lächeln verschwand nicht, aber es wurde vorsichtiger.

„Und Sie sind?“

„Kriminalhauptkommissarin König.

Wirtschaftsstrafkammer.“

Die beiden Männer hinter ihm wechselten einen Blick.

Weiss hob die Ledertasche ein wenig an.

„Es liegt eine dringende psychiatrische Empfehlung vor.“

„Von wem?“

„Das unterliegt der Schweigepflicht.“

„Für eine Patientin, die Sie nie untersucht haben?“

Nun verschwand sein Lächeln vollständig.

Ich sah an ihm vorbei auf das Auto am Straßenrand.