Die hintere Tür war mit einer Kindersicherung versehen.
Die Scheiben waren abgedunkelt.
Sie hatten nicht vorgehabt, mich zu einem freiwilligen Gespräch zu bringen.
Sie hatten geplant, mich mitzunehmen.
Mara verlangte seine Unterlagen.
Weiss weigerte sich zunächst.
Dann hörte er Adrian aus dem Esszimmer rufen: „Leonard, geh einfach!“
Der Arzt drehte den Kopf zur offenen Tür.
Dieser eine Reflex genügte.
Mara hatte die Verbindung bestätigt.
„Herr Dr.
Weiss“, sagte sie, „Sie bleiben hier.“
Einer der Klinikmitarbeiter trat sofort zurück.
„Uns wurde gesagt, es liege eine richterlich bestätigte Gefährdung vor.“
„Zeigen Sie mir den Beschluss.“
Der Mann sah zum Arzt.
„Er hat die Papiere.“
Weiss presste die Lippen zusammen.
Schließlich öffnete er seine Tasche.
Darin lagen mehrere Formulare, ein vorgedruckter Aufnahmebericht und eine Liste angeblicher Symptome: Verfolgungswahn, emotionale Ausbrüche, Besitzdenken, unberechenbares Verhalten.
Neben einigen Punkten waren bereits Häkchen gesetzt.
Mein Name stand oben auf jeder Seite.
Unter „beobachtet durch Angehörige“ waren Adrian und Patricia eingetragen.
Das Datum der Untersuchung war der folgende Tag.
Der Bericht war also im Voraus ausgefüllt worden.
Mara blätterte schweigend.
Dann zog sie eine weitere Seite hervor.
„Woher haben Sie diese Unterschrift?“
Es war wieder meine.
Weiss sagte nichts.
Ich hatte in meiner Arbeit viele Menschen gesehen, deren Selbstsicherheit in dem Moment zusammenfiel, in dem Zahlen und Dokumente ihre Geschichte nicht mehr stützten.
Manche wurden laut.
Manche charmant.
Manche krank.
Dr.
Weiss wurde beleidigt.
„Sie verstehen die medizinische Situation nicht“, sagte er.
„Frau Moore zeigt eindeutig paranoide Tendenzen.
Allein diese Inszenierung beweist, wie weit ihr Misstrauen fortgeschritten ist.“
„Sie haben sie nie untersucht“, wiederholte Mara.
„Ihr Umfeld hat detaillierte Beobachtungen geliefert.“
„Ihr bezahltes Umfeld?“ fragte ich.
Er sah mich an.
Ich legte drei Rechnungen aus der Akte auf die Kommode.
Jede stammte von seiner Praxis.
Jede war über Meridian bezahlt worden.
Die Leistungsbeschreibungen waren vage: Krisenberatung, Risikoeinschätzung, familiäre Intervention.
Doch zwei Namen kamen mir bekannt vor.
Nicht persönlich.
Aus öffentlichen Gerichtsakten.
Beide Frauen waren innerhalb der vergangenen vier Jahre vorübergehend in derselben Klinik untergebracht worden.
Während ihres Aufenthalts hatten Angehörige Vollmachten genutzt, Immobilien verkauft und Konten aufgelöst.
Später waren die Frauen entlassen worden, aber das Geld war verschwunden.
„Wir kennen diese Fälle“, sagte Mara.
Weiss wurde noch blasser als Adrian.
Patricia trat nun in den Flur.