„Das ist absurd.
Sie stellen Zusammenhänge her, die nicht existieren.“
„Dann erklären Sie die Zahlungen“, sagte Mara.
„Beratungskosten.“
„Für wen?“
„Für Adrian.“
„Warum stehen dann die Namen anderer Frauen in den Verwendungszwecken?“
Patricia schwieg.
Jonas kam aus dem Esszimmer und hielt einen kleinen USB-Stick in einer transparenten Tüte.
„Der steckte im Futter von Herrn Vales Aktentasche.“
Adrian sprang auf.
„Sie hatten kein Recht, meine Sachen zu durchsuchen!“
„Sie haben versucht, Ihr Handy aus dem Fenster zu werfen“, sagte Jonas.
„Dabei ist die Tasche umgefallen.“
Mara sah ihn an.
„Was ist auf dem Stick?“
„Noch nicht geöffnet.
Aber er ist mit E.M.
beschriftet.“
Meine Initialen.
Adrian rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht.
„Elena, hör zu.
Meine Mutter hat mich unter Druck gesetzt.
Ich hatte Schulden.
Ich wollte das nicht so weit treiben.“
Patricia drehte sich zu ihm.
„Sei still.“
„Du hast gesagt, es sei nur vorübergehend“, fuhr er fort.
„Du hast gesagt, sie kommt nach ein paar Wochen wieder raus.“
Damit hatte er mehr gestanden, als ihm bewusst war.
Patricias Blick wurde eisig.
„Du erbärmlicher Idiot.“
Adrian starrte sie an.
Vielleicht war es das erste Mal, dass er begriff, dass ihre Loyalität nur so lange reichte, wie er nützlich blieb.
Mara bat alle zurück ins Esszimmer.
Die beiden Klinikmitarbeiter durften im Flur warten, nachdem sie ihre Personalien angegeben hatten.
Dr.
Weiss setzte sich abseits von Patricia und Adrian.
Niemand wollte plötzlich neben jemand anderem sitzen.
Jonas öffnete den Beweiskoffer und schloss den USB-Stick an ein isoliertes Analysegerät an.
Nach wenigen Minuten erschienen mehrere Ordner auf dem Bildschirm.
Einer trug meinen Namen.
Darin lagen Scans meines Personalausweises, Kontoauszüge, die Eigentumsurkunde meiner Wohnung und Fotos aus meinem Arbeitszimmer.
Einige Bilder waren nachts aufgenommen worden.
Auf einem sah man Adrians Hand, wie sie den Metallschrank öffnete.
Er hatte nicht nur meine Unterlagen durchsucht.
Er hatte jeden Schritt dokumentiert.
In einem weiteren Ordner lagen Audiodateien.
Jonas spielte die erste ab.
Adrians Stimme erklang: „Sie wird wahrscheinlich wütend reagieren, wenn wir das Thema Geld ansprechen.“
Dann Patricia: „Gut.
Provoziere sie, aber bleib selbst ruhig.
Wenn sie schreit, nimmst du es auf.“
Eine andere Datei enthielt eine Probeaufnahme.
Adrian übte Sätze.
„Elena, leg das Messer weg.“ „Elena, du machst mir Angst.“