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Die blutigen Drillinge brachten Victorias Geheimnis aus der Villa / Chapter 1 / 6

Chapter 1 — Die blutigen Drillinge brachten Victorias Geheimnis aus der Villa

4.9Editorial score

Richard drückte auf Play, und für einen Moment hörte man nur das leise Rauschen des Windes zwischen den Villen.

Der Bildschirm des kleinen Dinosaurier-Aufnahmegeräts war gesprungen.

Das Bild wackelte, weil Noah die Kamera am Vormittag auf einem Stapel Bücher abgestellt hatte.

Er hatte mit seinen Brüdern einen Detektivfilm drehen wollen und vergessen, die Aufnahme zu stoppen.

Trotzdem war alles klar zu erkennen.

Victoria stand allein in der Bibliothek.

Sie blickte zur Tür, nahm ihre goldene Uhr vom Handgelenk und öffnete Emilys Tasche.

Dann schob sie die Uhr unter Emilys Schlüsselbund.

Richard hielt den Atem an.

Auf der Aufnahme drehte Victoria sich zum Fenster und nahm ihr Telefon heraus.

„Es ist erledigt“, sagte sie.

„Heute fliegt Emily.

Ohne sie werden die Jungen niemanden mehr haben, der Richard widerspricht.“

Victorias Gesicht verlor jede Farbe.

„Das ist nicht echt“, sagte sie sofort.

Richard reagierte nicht.

Die Aufnahme lief weiter.

„Die Plätze in Lausanne sind reserviert“, hörte man Victoria sagen.

„Nach der Hochzeit brauche ich nur noch seine Unterschrift.

Dann sind die drei aus dem Haus, und ich kann mich um den Rest kümmern.“

Das Video endete.

Niemand bewegte sich.

Liam wimmerte leise in Emilys Armen.

Blut sickerte durch das Tuch, das sie um seine Hand gelegt hatte.

Ethan hielt sich an ihrem Ärmel fest.

Noah beobachtete seinen Vater mit dem ernsten Blick eines Kindes, das gerade herausfinden musste, ob ein Erwachsener erneut die falsche Person beschützen würde.

Victoria machte plötzlich einen Satz nach vorn.

Sie riss Richard das Gerät aus der Hand und schleuderte es auf den Steinweg.

Das Plastikgehäuse zerbrach.

Die Speicherkarte sprang heraus und rutschte unter einen geparkten Wagen.

„Eine lächerliche Fälschung!“, rief sie.

„Diese Frau hat die Kinder manipuliert.

Sie hat sie dazu gebracht, mich zu filmen.“

Emily blieb auf den Knien und drückte weiter das Tuch auf Liams Hand.

„Richard, ruf einen Arzt.“

Ihre Stimme war ruhig.

Nicht kalt, sondern konzentriert.

Richard schien erst jetzt das Blut wirklich zu sehen.

Er griff nach seinem Telefon, doch am Eingang der Wohnanlage ertönten bereits Sirenen.

Zwei Polizeiwagen fuhren durch das Tor.

Victoria richtete sich auf.

Ein dünnes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.

„Endlich“, sagte sie.

„Ich habe sie gerufen, nachdem Emily die Uhr gestohlen und versucht hat, die Kinder mitzunehmen.“

Richard sah sie an.

„Du hast was getan?“

„Ich habe deine Familie geschützt.“

„Unsere Kinder sind aus dem Haus gelaufen, weil du sie eingeschlossen hast.“

„Sie haben sich selbst eingeschlossen.

Sie waren außer Kontrolle, nachdem ihre kleine Freundin hier verschwunden war.“

Ethan trat einen Schritt vor.

„Du hast die Tür zugemacht.“

Victoria beugte sich zu ihm hinunter.

Ihr Lächeln blieb, doch ihre Augen waren hart.

„Du bist aufgeregt.

Du weißt nicht mehr, was passiert ist.“ Ethan wich zurück.