Eine unbekannte Stimme antwortete zu leise, um verstanden zu werden.
Victoria lachte.
„Natürlich werden sie sich wehren.
Deshalb muss Emily vorher verschwinden.
Sie ist die Einzige, auf die diese Kinder hören.“
Richard schloss kurz die Augen.
Dann kam der Satz, der alles veränderte.
„Wenn die Jungen erst in der Schweiz sind, kontrolliere ich den Zugang zu Richard.
Und wenn er weiterhin so blind unterschreibt, kontrolliere ich bald mehr als nur das Haus.“
Die Aufnahme endete.
Victoria stand vollkommen still.
Der Rettungswagen traf ein.
Eine Sanitäterin untersuchte Liams Hand und stellte fest, dass die Wunde tief genug war, um im Krankenhaus versorgt zu werden, aber keine Sehne verletzt schien.
„Wie ist das passiert?“, fragte sie.
Liam zeigte auf Noah.
Noah antwortete für ihn.
„Wir haben gegen die Tür gerufen.
Niemand kam.
Dann hat Ethan einen schweren Kerzenhalter genommen und die kleine Scheibe neben der Tür kaputt gemacht.
Liam hat die Stücke weggezogen, damit wir durchgreifen und öffnen konnten.“
„Warum wart ihr in dem Raum?“
Ethan sah zu Victoria.
„Weil wir ihr gesagt haben, dass wir gesehen haben, wie sie die Uhr in Miss Emilys Tasche getan hat.“
Victoria schüttelte den Kopf.
„Kinder erfinden Geschichten.“
Da kam der Butler aus der Villa.
Hinter ihm folgten die Köchin und eines der Hausmädchen.
Sie gingen langsam, als hätten sie lange darüber nachgedacht, ob sie den Mut aufbringen sollten.
Der Butler blieb neben dem Polizeibeamten stehen.
„Ich habe Frau Lane mit den Jungen in Richtung Vorratskammer gehen sehen“, sagte er.
„Sie sagte, sie müssten über ihr Verhalten nachdenken.“
Victoria fuhr zu ihm herum.
„Sie sind entlassen.“
Der Butler sah nicht sie, sondern Richard an.
„Eine Minute später hörte ich, wie die Tür abgeschlossen wurde.“
„Warum haben Sie sie nicht geöffnet?“, fragte der Beamte.
Der Mann schluckte.
„Frau Lane sagte, Herr Hawthorne habe es angeordnet.
Ich hätte nachfragen müssen.
Ich habe es nicht getan.“
Die Köchin trat vor.
„Ich hörte die Kinder gegen die Tür schlagen.
Als ich hinwollte, sagte Frau Lane, ich solle mich um meine Arbeit kümmern, wenn ich meinen Arbeitsplatz behalten wolle.“
Das Hausmädchen ergänzte leise: „Und ich habe Frau Lane heute Morgen in Emilys Zimmer gesehen.
Sie stand an ihrer Tasche.“
Victoria starrte die Angestellten an, als wären sie Gegenstände, die plötzlich begonnen hatten zu sprechen.
„Ihr werdet das alle bereuen.“
Die Polizeibeamtin trat zwischen sie und die Gruppe.
„Das klingt wie eine Drohung.“
„Ich bin aufgebracht.
Meine Familie wird gerade von einer verbitterten Angestellten zerstört.“
Emily hob den Blick.
„Ich wollte deine Familie nie zerstören.“
Victoria lachte scharf.
„Du wolltest meinen Platz.“ „Nein.
Ich wollte, dass die Jungen ihren behalten.“