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Die blutigen Drillinge brachten Victorias Geheimnis aus der Villa / Chapter 5 / 6

Chapter 5 — Die blutigen Drillinge brachten Victorias Geheimnis aus der Villa

4.9Editorial score

Emily hat dafür gesorgt, dass sie ohne sie nicht funktionieren.

Ich wollte uns eine Zukunft geben.“

Richard sah sie an, als würde er eine Fremde betrachten.

„Indem du meine Söhne wegsperrst?“

„Nur für ein paar Minuten.“

„Indem du sie wegschickst?“

„In eine gute Schule.“

„Indem du eine unschuldige Frau als Diebin hinstellst?“

Victoria wischte sich die Tränen ab.

„Sie wäre ohnehin gegangen.

Menschen wie sie gehen immer, sobald sie genug Geld angeboten bekommen.“

Richard blickte zu den Geldscheinen, die noch immer auf dem Boden der Eingangshalle lagen.

Emily hatte keinen einzigen davon genommen.

Seine Stimme wurde hart.

„Sie hat das Geld liegen lassen.

Du hast nur angenommen, dass jeder käuflich ist, weil du es bist.“

Victoria schlug nach ihm.

Der Polizeibeamte fing ihren Arm ab, bevor sie ihn traf.

Als sie sich losriss und erneut nach Richards Telefon griff, wurde sie festgehalten.

Sie verließ die Villa nicht als zukünftige Hausherrin.

Sie wurde unter dem Blick jener Angestellten hinausgeführt, die sie so lange eingeschüchtert hatte.

Die Ermittlungen dauerten mehrere Wochen.

Die Polizei bestätigte, dass die Videos unbearbeitet waren.

Auf Victorias Laptop fanden sich E-Mails an das Schweizer Internat, Entwürfe der Vollmacht und Nachrichten, in denen sie von den Jungen als „Hindernis“ gesprochen hatte.

Außerdem hatte sie bereits mit einem Berater über den späteren Zugriff auf Teile des Familienvermögens verhandelt.

Victoria wurde wegen falscher Verdächtigung, Urkundenfälschung, Freiheitsberaubung und Gefährdung der Kinder angeklagt.

Ob sie verurteilt werden würde, musste ein Gericht entscheiden.

Doch ihre Kontrolle über die Familie war beendet.

Liam bekam im Krankenhaus sechs Stiche.

Emily saß neben ihm und erklärte jeden Schritt, bevor die Ärztin ihn berührte.

Ethan hielt seine Schulter.

Noah erzählte pausenlos von Dinosauriern, bis Liam endlich wieder lächelte.

Richard stand währenddessen am anderen Ende des Raumes.

Er war ihr Vater, und doch wusste Emily besser als er, was jeder seiner Söhne brauchte.

Diese Erkenntnis schmerzte ihn mehr als Victorias Verrat.

Als die Jungen schliefen, setzte er sich Emily gegenüber.

„Es tut mir leid“, sagte er.

Emily antwortete nicht sofort.

„Ich habe dich gedemütigt“, fuhr er fort.

„Ich habe deine Arbeit, deine Loyalität und deine Beziehung zu meinen Söhnen gegen eine Uhr aufgewogen.

Schlimmer noch: Ich habe Victoria geglaubt, weil sie zu meiner Welt gehörte und du angeblich nicht.“

Emily sah ihn ruhig an.

„Eine Entschuldigung macht diesen Moment nicht ungeschehen.“

„Ich weiß.“

„Die Jungen haben gesehen, wie du mich behandelt hast.

Sie haben gelernt, dass Geld und Kleidung darüber entscheiden können, wem man glaubt.“

Richard nickte langsam.

„Dann muss ich ihnen zeigen, dass ich falschlag.

Nicht nur einmal.

Jeden Tag.“

Er bot Emily nicht sofort ihren alten Arbeitsplatz zurück.

Zum ersten Mal verstand er, dass dies wie ein weiterer Versuch gewirkt hätte, ihre Loyalität zu kaufen.

Stattdessen fragte er: „Was brauchen meine Söhne jetzt?“

Emily zählte es ihm ohne Zögern auf.

Einen unabhängigen Kindertherapeuten.

Klare Regeln, die auch für Erwachsene galten.