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Fünf eingekreiste Wörter machten Mara zur gefährlichsten Zeugin im Restaurant / Chapter 1 / 7

Chapter 1 — Fünf eingekreiste Wörter machten Mara zur gefährlichsten Zeugin im Restaurant

4.9Editorial score

Beim vierten Schlag gegen die Kühlraumtür bewegte sich niemand außer Dominic Vale.

Er trat auf Martin Kesslers heruntergefallenen Schlüsselbund, bevor der Restaurantleiter danach greifen konnte.

Einer von Dominics Männern hob ihn auf und fand zwischen Weinkellerschlüssel, Büroschlüssel und einer kleinen silbernen Pfeife die Messingmarke mit der Prägung K-3.

Der Schlüssel passte.

Als die schwere Tür aufschwang, fiel ein Mann aus der Kälte direkt auf die Küchenfliesen.

Es war Leo, Dominics zweiter Leibwächter.

Seine Hände waren mit Kabelbindern gefesselt.

Über seiner rechten Schläfe zog sich eine dunkle Schwellung.

Er zitterte, aber er war bei Bewusstsein.

Mara kniete sich neben ihn, bevor jemand sie zurückhalten konnte.

„Langsam“, sagte sie.

„Atmen Sie erst.“

Leo blinzelte zu Dominic.

„Nachricht von Ihrer Nummer“, brachte er hervor.

„Jemand hätte auf der Herrentoilette eine Waffe gefunden.

Als ich in den Flur kam, war das Licht aus.“

Er tastete in seine Brusttasche und zog eine schwarze Plastikkarte heraus.

Darauf stand in goldenen Buchstaben: MARTIN KESSLER — GENERAL MANAGER.

Alle sahen zu Martin.

Der Restaurantleiter hob sofort beide Hände.

„Meine Karte wurde gestohlen.

Ich habe damit nichts zu tun.“

Dominic nahm sein Telefon heraus und prüfte die gesendeten Nachrichten.

Sein Gesicht veränderte sich nicht.

„Von meinem Gerät wurde nichts verschickt“, sagte er.

„Dann hat jemand Ihre Nummer kopiert“, erwiderte Martin hastig.

„Das passiert ständig.

Fragen Sie die Polizei.“

„Sie wollten vor einer Minute noch, dass niemand Fragen beantwortet“, sagte Mara.

Martin drehte den Kopf zu ihr.

Nur einen Augenblick lang fiel die freundliche Maske ab, die er seit Jahren vor Personal und Gästen trug.

Sein Blick war nicht ängstlich.

Er war wütend.

Mara kannte diesen Blick.

Sie hatte ihn bei Gästen gesehen, deren Kreditkarte abgelehnt worden war, und bei Männern, die glaubten, eine Kellnerin müsse ihre Hand auf der Hüfte dulden, weil sie Trinkgeld gaben.

Es war der Blick eines Menschen, der nicht bereute, was er getan hatte.

Nur dass er dabei beobachtet worden war.

Maras Telefon vibrierte in ihrer Hosentasche.

Eine unbekannte Nummer hatte ihr ein Foto geschickt.

Denise stand darauf vor ihrem Wohnhaus, die Tasche über der Schulter, offenbar gerade erst aus einem Wagen gestiegen.

Sie wusste nicht, dass sie fotografiert wurde.

Hinter ihr spiegelte sich in der Scheibe eines parkenden Autos ein Mann im dunklen Mantel.

Mara vergrößerte das Bild.

An seinem Handgelenk hing ein silberner Schlüsselring.

Derselbe Ring lag unter Dominics Schuh.

Unter dem Foto stand nur ein Satz:

DIE KELLNERIN SOLL SCHWEIGEN.

Mara spürte, wie ihr Magen hart wurde.

Sie reichte Dominic das Telefon.

Er betrachtete das Bild lange genug, um jedes Detail aufzunehmen, und gab dann einem seiner Männer ein Zeichen.

„Zwei Leute zu ihrer Kollegin“, sagte er.

„Keine Waffen sichtbar.

Keine Panik.

Holt sie an einen sicheren Ort.“

Martin machte einen Schritt zur Hintertür.

Dominics falscher Kellner stellte sich wortlos davor.