Der andere starrte auf seine gefalteten Hände.
Auf den ersten Blick wirkten sie ruhig.
Doch der Mann links hatte aufgehört zu lächeln.
Dominic setzte sich wieder auf seinen Platz, als wäre das Abendessen nur kurz unterbrochen worden.
„Wo ist Martin?“ fragte der ältere Detroiter.
„Das wollte ich Sie gerade fragen“, sagte Dominic.
„Wir kennen Ihren Restaurantleiter kaum.“
Mara stand hinter der Servicestation und beobachtete ihre Spiegelbilder in der Espressomaschine.
Genau dort hatte sie zuvor den Mann in der Cubs-Jacke gesehen.
Wieder bemerkte sie etwas, das ihr beim ersten Mal entgangen war.
Der jüngere Detroiter berührte bei jeder Lüge seinen Ehering.
Als Dominic nach Martin fragte, drehte er ihn zweimal.
„Sie haben beim Dessert gelächelt“, sagte Mara.
Beide Männer sahen zu ihr.
„Was?“
„Kurz bevor der Leibwächter in den Flur ging.
Sie beide haben gleichzeitig zu Martin gesehen.
Dann haben Sie gelächelt.“
Der ältere Mann lehnte sich zurück.
„Die Kellnerin ist nervös.
Verständlich nach so einem Abend.“
„Ich bin nicht nervös.“
„Dann sind Sie dumm.“
Der Satz blieb im Raum hängen.
Dominic legte zwei Finger auf den Tisch.
Sofort trat einer seiner Männer vor, doch Mara sprach zuerst.
„Der Mann an der Bar hatte keinen direkten Schusswinkel“, sagte sie.
„Nicht solange Sie beide saßen.“
Der jüngere Detroiter hörte auf, seinen Ring zu drehen.
Mara ging zu Tisch sechs und stellte sich an den Platz, an dem der Schütze gesessen hatte.
Von dort war Dominic teilweise durch eine Säule und den älteren Mann verdeckt gewesen.
„Er brauchte einen Grund, dass Sie aufstehen“, fuhr sie fort.
„Oder dass jemand den Tisch verlässt.“
Sie blickte auf die noch immer dort liegende Dessertgabel.
„Deshalb haben Sie nach der Rechnung gefragt, obwohl Mr.
Vale Gastgeber war.
Sie wollten Streit über die Zahlung anfangen.
Er sollte aufstehen oder sich zur Seite drehen.“
Der ältere Mann lächelte dünn.
„Das ist eine hübsche Geschichte.“
Mara hob die schwarze Rechnungsmappe vom Boden auf.
Darunter lag ein kleiner weißer Zuckerumschlag.
Auf der Rückseite war mit Kugelschreiber eine Uhrzeit notiert: 21:18.
Eine Minute nach dem zerbrochenen Glas.
Dominic nahm den Umschlag.
„Wofür steht die Uhrzeit?“
Keiner antwortete.
Der Mann in der falschen Kellneruniform kam aus dem Küchenflur.
In seiner Hand hielt er das Telefon des Schützen aus der Cubs-Jacke.
„Wir haben es geöffnet“, sagte er.
„Letzte Nachricht kam um 21:16.“
Er legte das Gerät auf den Tisch.
Die Nachricht bestand aus vier Wörtern:
NACH DER RECHNUNG SCHIESSEN.
Darunter stand als Absender nur der Buchstabe M.
Der ältere Detroiter zeigte auf Martin als Erklärung.