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Fünf eingekreiste Wörter machten Mara zur gefährlichsten Zeugin im Restaurant / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Fünf eingekreiste Wörter machten Mara zur gefährlichsten Zeugin im Restaurant

4.9Editorial score

„Jetzt“, sagte Dominic, „erzählen Sie uns, wer noch einen Schlüssel besitzt.“

Martin lachte leise.

„Sie tun so, als wäre das Ihr Restaurant.“

„Heute Abend gehört mir jeder Ausgang.“

Mara hätte erwartet, dass Dominic drohte.

Dass er Martin gegen eine Wand drückte oder eine Waffe ziehen ließ.

Stattdessen stand er nur da.

Diese Ruhe war schlimmer.

Martin schaute zu Mara.

„Du hast keine Ahnung, worin du dich einmischst.

Du servierst Pasta.

Du füllst Wasser nach.

Das hier ist nicht deine Welt.“

Mara dachte an das Glas, das sie absichtlich zerbrochen hatte.

An den Mann in der Cubs-Jacke.

An Leo im Kühlraum.

An Denise vor ihrem Wohnhaus.

„Sie haben recht“, sagte sie.

„In meiner Welt sperrt man Menschen nicht in Kühlräume.“

In diesem Moment sprang an der Wand neben der Vorratskammer eine Warnleuchte von Grün auf Rot.

GASZUFUHR — MANUELL GEÖFFNET.

Der Küchenchef fluchte und rannte zum Hauptventil.

Dominics Leute zogen Martin von der Tür weg.

Er wehrte sich nicht.

Im Gegenteil: Er lächelte wieder.

„Zu spät“, sagte er.

Mara roch noch nichts.

Das machte es gefährlicher.

Erdgas war im Meridian mit einem Duftstoff versetzt, doch die Leitung verlief zunächst durch den abgeschotteten Technikraum.

Wenn dort genug Gas austrat, konnte ein einziger Funke die gesamte Rückseite des Gebäudes zerreißen.

Der Küchenchef erreichte das Ventil, drehte daran und schrie: „Blockiert!“

Martin hatte den Griff mit einer Stahlklemme fixiert.

Dominic blickte zu Mara.

„Wo ist der zweite Zugang?“

„Im Keller“, sagte sie sofort.

„Hinter dem Weinkäfig.

Aber der Flur ist nur mit Personalcode erreichbar.“

„Ihr Code?“

„Funktioniert nach Feierabend nicht.“

„Meiner schon“, murmelte Martin.

Mara ging zu ihm und griff nach seinem linken Ärmel.

Er versuchte sich loszureißen, doch einer von Dominics Männern hielt ihn fest.

Unter der Manschette trug Martin kein zweites Telefon und keine Waffe.

Nur ein schmales Plastikarmband mit einem kleinen Chip.

Mara hatte dieselben Chips bei den Technikern gesehen, die zweimal im Jahr die Feuerlöschanlage prüften.

Sie zog das Armband ab.

„Du hast kein Recht—“, begann Martin.

„Sie haben gerade versucht, uns in die Luft zu jagen.“

Sie lief zur Kellertreppe.

Dominic folgte ihr, dazu sein verbliebener Leibwächter und der Mann, der sich als Kellner ausgegeben hatte.

Der Keller des Meridian war enger als der Speisesaal vermuten ließ.

Backsteinwände, niedrige Rohre, Metallregale mit teurem Wein.

Die Notbeleuchtung warf ein gelbes Flackern über den Boden.

Mara hielt den Chip an das Lesegerät.

Die Tür sprang auf.

Hinter dem Weinkäfig führte ein schmaler Gang zum Technikraum.